///Die Umsatzrendite muss stimmen!

Die Umsatzrendite muss stimmen!

Zahlen sind kalt. Die meisten Unternehmer lieben den Umgang mit Menschen, aber sie haben überraschend häufig einen distanzierten Umgang mit Zahlen. Wie ich darauf komme? Nun, schauen Sie sich diese Auswertung des Statistischen Bundesamts an: 68 Prozent aller insolventen Firmen haben eine Umsatzrendite, die unter einem Prozent liegt. 

Die Umsatzrendite – was war das nochmal?

Umsatzrendite –  was war das nochmal? Zum Nachrechnen: Das ist der Gewinn vor Steuern geteilt durch den Umsatz.

Die wichtigste Kennzahl

Das schreibe ich Ihnen heute, weil Umsatzrendite DAS Thema für Unternehmer ist, insbesondere für die kleinen und mittleren (KMU’s). Diese Leute, die ich sehr mag und deren Leidenschaft für ihre tägliche Arbeit mich begeistert, sind an diesem Punkt leider häufig betriebsblind. Deshalb die harte Botschaft: Kaum eine Kennzahl zeigt genauer als die Umsatzrendite, ob Ihr Geschäftsmodell noch funktioniert.

Und jetzt noch härter: Eine gesunde Umsatzrendite sollte bei mindestens 5 Prozent liegen, nachdem der Unternehmerlohn abgezogen wurde. Das ist die Untergrenze! Die durchschnittliche Umsatzrendite im deutschen Mittelstand betrug im Jahr 2016 genau 7,3 Prozent. Hier nachzulesen bei Statista. Bei 500.000 Euro Umsatz sind das 36.500 Euro. Bei wissensintensiven Branchen sollte die Rendite doppelt so hoch sein.

Mut zur Preiserhöhung

Hand aufs Herz: Kennen Sie präzise Ihre Umsatzrendite? Berechnen Sie diese Zahl konsequent? Haben Sie ein Alarmsystem, wenn der Wert unter 5 Prozent fällt?  Ich erlebe es oft in meiner Beratung, dass sich der Inhaber über diese Kennzahl keine Gedanken macht. Leider. Die Lohnkosten steigen jährlich. Die Materialpreise steigen. Doch bin ich als Unternehmer in der Lage, meine Preise entsprechend anzupassen? Habe ich den Mut, meinen Kunden Erhöhungen regelmäßig zuzumuten? Ist für mein Geschäftsmodell (noch) ein Markt vorhanden?

Bei vielen läuft es anders. Sie sind glücklich, dass ihnen die Kunden treu bleiben. Und Sie haben Spaß daran, mit ihren Produkten und Dienstleistungen zu begeistern und im Geschäft zu sein. Weiterhin machen Sie gute Umsätze und merken dabei nicht, wie die Rendite von Jahr zu Jahr schrumpft. Bis sie eines Tages ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können …

Trügerisches Bauchgefühl

Wenn ich eine gesunde Umsatzrendite erreichen möchte, muss ich mir Gedanken um mein Geschäftsmodell machen. Das geht nicht von Jetzt auf Nachher. Ein kluger Unternehmer macht das zum Teil seiner Firmenstrategie – und aktualisiert den Wert regelmäßig. Jedes Jahr 0,5 Prozent mehr Umsatzrendite – das wäre schon genial. Ein absolut erreichbares Ziel, das Ihre Kreativität beflügelt und Sie beharrlich an Ihrem Businessmodell arbeiten lässt. Genau das ist Ihre Aufgabe als Unternehmer!

Mein Tipp: Hören Sie nicht auf Ihr Bauchgefühl. Lassen Sie nicht zu, dass Ihre Begeisterung für Ihren Job Sie blind macht für die harte Unternehmensrealität. Entscheidend sind ZDF – Zahlen, Daten, Fakten. Sonst spazieren Sie am Ende nach einigen fröhlichen Jahren frustriert zum Insolvenzverwalter.

Konkret heißt das:

  1. Beleuchten Sie ihre Kundenstruktur. Welche Branche oder Kundensegmente sind besonders lukrativ?
  2. Beleuchten Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen. Welcher davon sind besonders lukrativ?
  3. Schauen Sie dabei nicht nur auf den Deckungsbeitrag. Seien Sie immer ehrlich zu sich selbst. Immer! Welche ihrer Kunden / Produkte / Dienstleistungen benötigen überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit und Ressourcen in Ihrem Unternehmen, ohne dass es den erforderlichen Gewinn bringt?

Fröhlich in die Pleite?

Nochmal: Ein gutes Gefühl ist zwar angenehm, aber manchmal auch trügerisch. Machen Sie nicht den Fehler und schauen nur auf den absoluten Ertrag. „Reicht schon“, denken Sie, „es kommt ja noch etwas dabei raus“. Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Firmen mit genau dieser Einstellung pleitegegangen sind.

Das heißt in der Konsequenz aber auch, dass Sie weise sein müssen. Trennen Sie sich von allem, was nicht zu einer gesunden Umsatzrendite beiträgt. Fokussieren Sie sich. Ich nenne es, auf die Spitze treiben.

Scheiden tut manchmal weh. Sich von alten Kunden und langjährigen Produkten zu trennen, das wollen die wenigsten. Die Menschen sind Ihnen doch ans Herz gewachsen, mit einigen duzen Sie sich – da wäre ein Cut brutal. Machen Sie sich bewusst, dass Sie an manchen Kunden nichts verdienen, sondern auch noch draufzahlen. Menschlich ist das nett, betriebswirtschaftlich eine Katastrophe!

Die Umsatzrendite als Freundin

Sie brauchen Profite. In anderen Worten: Zahlen können Ihr (Geschäfts-)Leben retten. Schließen Sie Freundschaft mit der Umsatzrendite, dann haben Sie gemeinsam eine großartige Zukunft vor sich.

Ihnen mehr Erfolg! wünscht Ihr Spurwechsel-Assistent Markus Buschmann

2 Comments

  1. […] Lesen Sie hierzu auch gerne meinen Blog zum Thema : „Die Umsatzrendite muss stimmen“.  […]

  2. […] Um den Schatz zu heben, braucht es das ZDF. Nein, nicht den Fernsehsender, sondern Zahlen, Daten, Fakten. Wenn ich eines in den Jahrzehnten als Führungskraft gelernt habe, dann dieses: Chefs verweisen gerne auf rationale und logische Entscheidungen, agieren aber häufig aus dem Bauch heraus. Ich formuliere es noch etwas schärfer (weil ich selbst lange zu dieser Kategorie gehört habe): Wir betrügen uns manchmal selbst, um eine Entscheidung oder einen Kurs durchzuziehen, obwohl wir ahnen, dass die Fakten dagegensprechen. Im günstigsten Fall nennen wir das Intuition, die durchaus auch mal richtig sein kann. Häufiger ist es aber reine Selbsttäuschung. Kennen Sie zum Beispiel die Umsatzrendite ihrer Firma? […]

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