In die Reserve kommen

Hallo? Fehler in der Überschrift? Heißt es nicht „aus der Reserve kommen“? Tatsächlich meine ich es hier umgekehrt: Welchen Stellenwert messen wir den Stichworten Sparen, Rücklagen schaffen, Reserven bilden zu?

Gerade Start-ups kennen das Wort Reserve nicht, und auch viele Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMUs) fremdeln damit. Sie lassen sich so auffressen von den täglichen Herausforderungen, dass ihnen der finanzielle Masterplan aus den Augen gerät (wenn sie überhaupt einen haben). In meiner Beratung begegnet mir das erstaunlich oft. Die Verantwortlichen können wundervoll mit Excel-Tabellen jonglieren – aber was die Zahlenflüsse für ihre Zukunft in Sachen Geld bedeuten, schlägt sich im unternehmerischen Handeln nicht nieder.

Lesen Sie hierzu auch gerne meinen Blog zum Thema : „Die Umsatzrendite muss stimmen“. 

Nach mir die Sintflut?

Nennen wir das Kind beim Namen: Viele verfahren bewusst oder unbewusst nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“. Das Problem dabei ist: Keiner weiß, wann diese „Sintflut“ kommt. Ist das Ende erst beim Eintritt in die Rente, erst bei meinem Tod? Oder dazwischen oder gar schon in den nächsten Monaten?

Wir sehen, dass derzeit viele Absicherungssysteme bröckeln. Die Demografie führt dazu, dass wir immer länger arbeiten müssen, wenn wir das Rentenniveau auch nur einigermaßen halten wollen. Geldanlagen sind volatil geworden – es ist gar nicht mehr so einfach, Geld verlässlich für sich arbeiten zu lassen. Und manchmal sind die Probleme auch eine Nummer kleiner. Privat kann einen der unumgängliche Zahnersatz plötzlich eine unfassliche Rechnung bescheren, für die keine Rücklagen da sind. Im Unternehmen ist es vielleicht eine überraschende Investition, ohne die man nicht sinnvoll und erfolgreich weiterarbeiten kann.

Das Geheimnis des Sparplans

Fakt ist: Die mir so sympathischen Startups und KMUs haben bei diesem Thema häufig einen Blind Spot. Sie denken zu wenig an das, was später kommt. Sie denken an die Zinsen für ihre Firmenkredite, an die Gehaltszahlungen am Monatsende für die Mitarbeiter, an den ersehnten Kauf einer neuen Maschine oder die kostenintensive Einstellung eines weiteren Vertrieblers. Aber daran, in einem halben Jahr oder Jahr höhere Reserven als heute zu haben – daran denken sie nicht.

Wie können wir davon wegkommen, ständig auf Kante zu leben? Wie schaffen wir es, dass unser Konto schwarz bleibt und nicht immer wieder nach rot ausschlägt? Es ist gar nicht so schwierig. Wir schaffen es mit einem Sparplan.

Reserven am Monatsanfang erhöhen

Was meine ich damit? Das regelmäßige Zurücklegen von Geld muss fester Bestandteil unseres privaten wie unternehmerischen Handelns werden. Wir entscheiden am Monatsanfang, wie viel Geld in die Rücklagen fließen – und nicht am Ende, falls mal etwas übrig bleibt. Wir kalkulieren heute schon ein, dass wir in den nächsten vier Wochen weniger freie Mittel zum Investieren haben, weil ein kleiner Teil in die Reserve geht.

Eine wichtige Ergänzung: Mir geht es nicht darum, dem Mammon zu dienen. Geld ist selbstverständlich nicht alles im Leben, es gibt viel Wichtigeres. Ich sehe es ähnlich wie die Unternehmerfamilie Pilz-Kunschert (Ostfildern), die brillante Sicherheitstechnik herstellt. Bei SWR-1-Leute haben Mutter und Tochter faszinierend über ihren Glauben an Gott und die Prioritäten im Wirtschaftsleben gesprochen. Das anzusehen lohnt sich hier.

Wenig ist besser als nichts

Es muss übrigens gar nicht viel sein, was regelmäßig in die Reserve fließt. Bevor Sie gar nichts machen, unterschreiben Sie lieber einen Dauerauftrag von 50 Euro im Monat, die Sie anlegen. Das wirkt! In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung habe ich einen spannenden Artikel [http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/sparen-und-geld-anlegen/richtig-sparen-reich-werden-mit-25-euro-im-monat-15267968.html] gefunden, der vorrechnet, wie viel Vermögen man mit regelmäßigen kleinen Sparbeträgen anhäufen kann. Die Betonung liegt auf regelmäßig.

Wie man das Geld dann anlegt – ob in Aktienfonds, Edelmetallen, Immobilienanteilen oder sonstwo – ist eine andere Frage. Aber ein paar Prozent Zinsen sind auch heute noch drin, wenn man sich auf dem Markt ein bisschen umschaut.

„Aus der Reserve kommen“

Disziplin und Ausdauer werden jedenfalls fast immer am Ende belohnt – sei es beim Kampf um Kunden, sei es beim Bilden von Reserven. Gerne gehe ich mit Ihnen Ihre Zahlen durch und helfe Ihnen, einen wirksamen Sparplan aufzustellen, der Ihnen möglicherweise in eine Notsituation Ihre Existenz retten kann.

Fazit: Nur wer Reserven hat, kann auch „aus der Reserve kommen“.

Ihnen mehr Erfolg! wünscht Ihr Spurwechsel-Assistent Markus Buschmann

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