Geschätzte Lesedauer: 4 Minuten

Warum macht ein Sparringspartner der Geschäftsleitung Sinn?

Genau so könnte ich Dich fragen: Warum schmeißt der Weltranglistenerste seinen Trainer nicht raus?

Der Serbe Novak Djokovic könnte seinen Trainer eigentlich herauswerfen. Schließlich ist Djokovic derzeit auf der Tennis-Weltrangliste auf Platz eins. Keiner spielt besser als er. Er würde seinen Trainer auf dem Court locker abziehen.

Dennoch behält er ihn. Genau genommen sogar ein ganzes Trainer-Team!

Okay, Kinder brauchen Trainer. Ehrgeizige Anfänger benötigen Coaches. Aber die Leute, die es an die Spitze gebracht haben? Du kennst die Antwort: Jeder, der etwas erreichen will, braucht qualifiziertes Feedback. Braucht ein Gegenüber. Einen Sparringspartner. Einen, der die blind blinden Spots mit professionellem Blick ausleuchtet.

Ohne Trainer würde Djokovic in der Weltrangliste schneller herunterrauschen als der Aufzug im Empire State Building.

Tipp #1 vom Sparringspartner der Geschäftsleitung

Versuche, die Dinge einmal richtig einzuordnen

Kennzahlen lassen sich nur im Kontext interpretieren. Es ist ein wenig wie mit dem Wetter: 15° C im August sind eher mau, im Februar dagegen super – außer Du betreibst einen Skilift.

Leider schauen viele Unternehmer bei Kennzahlen nur auf die Abweichung. Geplante Werbeausgaben unterschritten – top. Umsatzplan erreicht – alles gut. Was aber, wenn sich die Nichtausschöpfung des Werbebudgets nachteilig auf den Vertrieb ausgewirkt hat? Was, wenn sich der Markt unerwartet positiv entwickelt hat und die Punktlandung beim Umsatzplan bedeutet, dass das Unternehmen Marktanteile verloren hat? 

Kennzahlen allein haben wenig Aussagekraft. Betrachte sie immer im Kontext von Marktentwicklung, Mitbewerb und Unternehmensvision. Budgets dürfen ruhig mal überschritten werden, wenn es sich dabei um eine Investition in Zukunftschancen handelt.

Aufgaben eines Sparringspartners

Warum erzähle ich Dir das? Weil ich sicher bin, dass Du mit einem Sparringspartner ebenfalls schneller nach vorne kommst. Ich habe das schon so oft beobachtet – bei Firmenkäufen oder –verkäufen, beim Aufsetzen von Online-Marketing in einem Unternehmen, bei Konflikten in der Geschäftsführung, beim Umbau einer Organisation.

Klar, Du brauchst Ehrgeiz. Hunger nach Erfolg. Die Bereitschaft, Außergewöhnliches zu leisten. Für eine dynamische Entwicklung, die Dich wirklich nach vorn bringt – vielleicht sogar an die Spitze – wird das aber nicht reichen.

Dazu brauchst Du Augen von außen. Profis, die Deine Situation verstehen. Die Dir die richtigen Fragen stellen und gemeinsam mit Dir Antworten finden. Einen Trainer eben, der auch konkrete Schritte mit Dir vereinbart und mit Dir prüft, wie Du damit vorankommst.

In den USA ist das Standard: Gute Leute haben einen Sparringspartner. Hervorragende Leute haben sogar mehrere Sparringspartner.

Tipp #2 vom Sparringspartner der Geschäftsleitung

Häuptling- oder Indianermodus?

Mischt man Komplementärfarben, erhält man nur ein Grau.

Der Alltag eines Geschäftsführers besteht nicht nur aus Führungsagenden und der Entwicklung und Umsetzung von Visionen, sondern auch aus Routinetätigkeiten. Ich nenne das Häuptling- und Indianeraufgaben. Beide erfordern unterschiedliche Fähigkeiten und beanspruchen andere Gehirnareale. Deshalb sollte man sie nicht vermischen.

Du kannst nicht gleichzeitig Häuptling und Indianer sein. Berücksichtige das, wenn Du Deinen Tagesplan machst, und fasse Aufgaben im Häuptling- bzw. im Indianermodus in Blöcken zusammen.

Beachte dabei auch Deine individuelle Leistungskurve.

P.S. Ich habe sogar einen eigenen Schreibtisch für jede Tätigkeit.

Was bedeutet Sparring im Unternehmen?

„Ich fege alle vom Platz“

Vielleicht findest Du das übertrieben. Wer kennt Deine Firma schon genauer als Du? Wer findet sich in den vorhandenen Strukturen besser zurecht als Du? Wer ist über die Konkurrenzsituation präziser informiert als Du?

Da sind wir wieder am Anfang. Deine Argumente klingen so, als würde Djokovic sagen: „Wer spielt besser als ich? Ich fege sie doch alle vom Platz.“

Aber ein Sparringspartner für die Geschäftsleitung ist mehr. Er ist Ideengeber, Inspirator, Mutmacher, Möglichkeitenzeiger, Faktenchecker, Potenzial-Entdecker, Talentförderer, Klarheit-Schaffer, Mitdenker. Und er ist Gas-Geber. Er hilft Dir, die Geschwindigkeit notwendiger positiver Veränderungen zu erhöhen.

Was versteht man unter einem Sparringspartner der Geschäftsleitung?

Ein Sparringspartner ist:

  • Ideengeber
  • Inspirator
  • Mutmacher
  • Möglichkeitenzeiger
  • Faktenchecker
  • Potenzial-Entdecker
  • Talentförderer
  • Klarheit-Schaffer
  • Mitdenker
  • Und er ist Gas-Geber

Ein Sparringspartner schafft Distanz

Und er schafft die nötige Distanz! Geschäftsführer haben kaum Zeit und Energie, strategisch zu arbeiten. Sie stehen alle in der Gefahr, sich zu verzetteln und sich im Klein-Klein des Firmenalltags zu verlieren.

Dadurch wird die kleine Krise gelöst – und die sich anbahnende große Krise leicht übersehen. Der Blick von außen kann genau das verhindern.

Klar denkst Du, die müssen das schreiben. Die leben ja davon. Doch dabei verwechselst Du Ursache und Wirkung. Tatsächlich haben wir in unserem eigenen Geschäftsleben den Turbo erfahren, den ein guter Sparringspartner bringt.

Und wir erinnern uns an brenzlige Situationen, die wir meinten, alleine meistern zu müssen – und wie wir dabei dann Schiffbruch erlitten.

Tipp #3 vom Sparringspartner der Geschäftsleitung

Detox für Unternehmen

Scheiden tut weh, ist jedoch manchmal unumgänglich.
Sind strategische Entscheidungen zu treffen, liefert die Kennzahl der Umsatzrentabilität gute Anhaltspunkte.

Je höher die Umsatzrendite, desto profitabler das Unternehmen. Die Gretchenfrage lautet: Rechnen sich die aufgewendeten Kosten, wenn man diese ins Verhältnis zum erwarteten Gewinn setzt?

Generieren alle angebotenen Produkte und Dienstleistungen auch einen Gewinn? Bieten Dir bestehende Lieferanten das optimale Preis-Leistungs-Verhältnis? Welche Kundenbeziehungen sind rentabel?

Trenne Dich von allem, was nicht zu einer gesunden Umsatzrendite beiträgt, auch wenn es schwerfällt. Dich nicht von Kunden zu trennen, bei denen Du draufzahlst, ist menschlich nett, betriebswirtschaftlich jedoch eine Katastrophe.

Weitere Aufgaben eines Sparringspartners

Heute sage ich selbstbewusst: Die Investitionen in einen Sparringspartner sind geradezu lächerlich im Vergleich zum Nutzen, den Du daraus ziehst. Das gilt für die rein ökonomische Seite, geht aber deutlich weiter.

Ein guter Sparringspartner der Geschäftsleitung zieht auch Deine Person in Betracht: Deine Wünsche und Visionen, Dein privates Umfeld, Deine Lebensziele, Deine Werte.

Ein Sparringspartner ist für nachhaltigen Fortschritt ideal. Die Formen können sehr unterschiedlich sein: angefangen vom Morning Coaching über eine kurzfristige Intervention bis hin zu einer längerfristigen Beratung, um einen kniffligen Prozess zu bewältigen.

Dabei denke ich beispielsweise an die Übernahme einer Firma, das Einziehen einer neuen Leitungsebene in einem Unternehmen oder die Moderation von lähmenden Meinungsverschiedenheiten auf der Chefetage.

Los geht’s zum nächsten Level

Denk daran: Das, was Du kannst und weißt, hat Dich an den Punkt gebracht, an dem Du heute bist.

Um das nächste Level zu erreichen, ist ein Sparringspartner unendlich hilfreich. Falls Du mir nicht glaubst – frage Novak Djokovic.

Du möchtest in einem persönlichen Gespräch mehr über die Möglichkeiten eines Sparringpartners erfahren?

Beratung anfragen

Über den Autor

Markus Buschmann

Markus ist zertifizierter BAFA Berater und Business Coach mit jahrzehntelanger Erfahrung aus der Praxis als Geschäftsführer. Als Sparringspartner unterstützt er Führungskräfte.

Markus auf Linkedin

Das könnte Dich auch interessieren..